Juli 2015

Im Münchener Projekt PANDION Gardens wurde Richtfest gefeiert

Die Häuser im Münchener Stadtteil Neuhausen-Nymphenburg sind hochgezogen. Im nächsten Jahr werden die Bauarbeiten des PANDION Gardens genannten Projektes beendet sein und die ersten Bewohner einziehen. Insgesamt 148 Wohnungen entstehen hier auf 11.588 Quadratmetern Grundstücksfläche. Das Projektvolumen liegt bei 77 Millionen Euro. Doch noch ist das Areal auf dem ehemaligen Postgelände eine Baustelle. Am 15. Juli wurde hier Richtfest gefeiert. Ein schöner Tag für alle, die am Bau beteiligt sind. Doch woher kommt eigentlich die Tradition des Richtfestes? Und was wird da eigentlich gefeiert?

 

Richtfeste werden gefeiert, wenn der Dachstuhl eines Hauses steht beziehungsweise der Rohbau fertig ist. Damit ist ein entscheidender Bauabschnitt abgeschlossen: Das Gebäude hat seine endgültige Höhe erreicht und die Außenmaße sowie die innere Struktur werden augenscheinlich. Der Name Richtfest kommt von „aufrichten“ und damit ist das Aufstellen des Dachstuhls gemeint.

Richtfeste sind ein Brauch mit einer langen Tradition, Historiker haben Nachweise solcher Feste bereits aus dem 14. Jahrhundert gefunden. In früheren Jahrhunderten wurde der Abschluss der Arbeiten bestimmter Berufsgruppen, hier der Zimmerer, gewürdigt. Sie bekamen ihren Lohn und zogen weiter auf die nächste Baustelle. Der Lohn bestand dabei teilweise aus Naturalien, also „Fresspaketen“, die den Bauleuten als Verpflegung für die Wanderung in ihr Bündel gelegt wurden. 

 

Heute ist es ein Fest, das der Bauherr für alle am Bau Beteiligten ausrichtet. Hoch oben auf dem Dach wird der Richtkranz oder der Richtbaum aufgezogen. Er ist mit bunten Bändern geschmückt, die im Wind flattern. Diese Bänder, so die Überlieferung, symbolisieren die zu Bündeln geknoteten Tücher, in denen die wandernden Zimmerer früher ihre Habseligkeiten aufbewahrten. Die Bänder sind ein „Wink mit dem Zaunpfahl“ für den Bauherrn, in die Bündel ordentlich Wegzehrung zu packen.

 

Zum Richtfest gibt es heute Freibier und Wein und etwas Deftiges zu essen für alle. Das ist der so genannte Richtschmaus. Doch zuvor wird der Zimmermeister oder Polier sich auf das Dach begeben und, ein gefülltes Glas in der Hand, einen Richtspruch aufsagen. Er wendet sich an alle, denen Dank gesagt werden muss: den Bauherrn und den Architekten, Handwerker aller beteiligten Gewerke. Oftmals wird Gottes Segen erbeten für das Haus und seine künftigen Bewohner. Das Glas muss am Ende unbedingt zerschellen, das ist ein gutes Omen. Bei großen Bauprojekten ist sowohl der geladene Personenkreis als auch der Kreis der Redner größer. Da kommen die Honoratioren der Stadt oder Gemeinde zu Wort, Vertreter des Bauträgers, der finanzierenden Institutionen und der wichtigsten beteiligten Baufirmen.

Doch die Intention der Richtfeste ist immer gleich: Schön, dass wir es bis hierher geschafft haben – und alles Gute für die Vollendung des Baus. Dafür darf auf einer Baustelle auch mal ordentlich gefeiert werden.

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